A-Jugend Ausfahrt nach Haderslev

Jun 05 2018

 

 

Skandal: 200 Kronen machen aus 0:5-Niederlage einen 3:0-Sieg

Auch dieses Jahr haben wir uns wieder auf den Weg gemacht, um neues Gebiet zu erobern. Vom 18. bis zum 21. Mai, also über das Pfingstwochenende, sind wir, die A-Jugend der HNT nach Dänemark gefahren, um uns bei der alljährlichen Ausfahrt so teuer wie möglich zu verkaufen und natürlich besonders viel Spaß zu haben. Wie jedes Jahr werden alle geschehenen Kuriositäten und natürlich auch unsere fußballerische Leistung hiermit schriftlich festgehalten.

Nach diesem Wochenende lässt sich festhalten: eher lasche Unterkunft, stramme Location an sich, lasche Gastgeber, stramme Mannschaft, lasche Ordnung beim Kappi und strammer Strand. Und nicht zu vergessen, der berühmt berüchtigte stramm-lasche Fußball der HNT-Jungs.

Freitagabend sind die 15,5 Fußballer (15 aktive und einer mit Schädel-Hirn-Trauma, oder auch Gehirnerschütterung aus dem Kampf um Tabellenplatz 1 in unserer normalen Staffel ein Tag vor der Abreise. Der Schwerverletzte blieb aber im Gegensatz zum Letztjährigen weitestgehend ruhig. Zumindest was seine Schmerzen betraf) zusammen mit einem Trainer und zwei Betreuern nach rund drei Stunden in Haderslev angekommen. Dann hieß es nur noch Essen fassen und Zimmer beziehen.

Zur Unterkunft: Wir hatten – wie vorher auch nicht anders erwartet – ein Klassenzimmer als Unterkunft. Hier standen logischerweise auch Stühle und Tische drin, die wir aber nicht raustragen durften. Dementsprechend viel Platz hatten wir, sodass sich unsere Betreuer Jens und Andreas ein anderes Zimmer organisieren mussten. Unsere Mannschaft wurde getrennt. Kurz und knapp: lasch.

Die Location, also alles rund um Umkleide und Sportanlage, war dagegen schon etwas Besonderes. Einer dieser riesigen dänischen Sportanlagen mit zig Fußballplätzen, und dazu Umkleiden im Stadion eines dänischen Erstligisten. Die Umkleide war somit riesig, sogar eine Musikbox war darin, sodass man trotz nur noch kaltem Wassers in den Duschen nach dem ersten Turniertag sagen muss, dass die Location des Turniers durchaus stramm war.

Kommen wir zu einem anderen, nicht immer ganz so erfreulichen Punkt: die Gastgeber. Da gab es die eine oder andere dubiose Mannschaftsaufstellung. Und was durch die Bank weg von allen nicht Haderslever Mannschaften bestätigt wurde, auch äußerst dubiose Schiedsrichter. Hinzu kam eine eher lasche Orga (19 Uhr letztes Spiel, Essen bis 21 Uhr. Wer will sich schon nach einem ganzen Tag in der Sonne und drei Spielen duschen bevor er isst …). Aber das war eigentlich auch nur eine Nebensache.

Die Hauptsache hingegen war die durchweg stramme Mannschaft. In den Spielen füreinander gekämpft, neben wie auf dem Platz jeder für jeden. Keine kleinen Grüppchen, sondern eine stramme Mannschaft, was auch vom Trainer besonders hervorgehoben wurde.

Zum nächsten Punkt muss man nur sagen, dass unser Captain nahezu den kompletten ersten Abend damit verbrachte, sein neues Trikot (unser Ausfahrtsshirt dient als neues Ausweichtrikot) zu suchen. Das kann man ja nicht nach gerade mal zwölf Stunden Besitz schon irgendwo im nirgendwo gelassen haben. Aufgetaucht ist es in Hasis Tasche (auch dieses Jahr kommt der letztjährige Schwerverletzte nicht um einen Spitznamen rum. Kommt davon, wenn man einmal zu oft telefonieren muss …). Ein Glück, dass unser Kappi auf dem Platz meistens den Überblick darüber behält, wer welchen Job hat. Das Trikot hatte er nämlich höchstpersönlich in die Tasche gesteckt. Hasi musste darüber hinaus lernen, dass ein Tretboot, auch wenn es nicht angeschlossen ist, nicht zur freien Verfügung steht. Man lernt ja nie aus.

Die Ausfahrt ausklingen lassen haben wir am nah gelegenen Strand. Hier saßen wir, tranken den einen oder anderen Gerstensaft, oder natürlich auch andere Getränke, und ließen eine insgesamt durchweg stramme Ausfahrt ausklingen. Das natürlich passender Weise an einem strammen Strand.

Da es eine Fußballausfahrt war, komme ich wohl nicht drum herum, auch hierzu ein paar Worte zu verlieren. Um es zusammenzufassen: Wir können Fußball spielen, aber Kondition ist nicht unsere große Stärke. Das Spitzenspiel von Donnerstag noch in den Knochen, brauchten wir am Samstag das erste von insgesamt sechs 30-minütigen Spielen, um in das Turnier hineinzufinden. Wir verloren gegen eine Mannschaft, die uns als Leistungszentrum der Färöer vorgestellt worden war, nach einem ausgeglichenen Spiel mit 0:1.

Das zweite Spiel war eines unserer stärksten HNT-Spiele, die wir wohl bisher gemacht haben. Gegen eine Mannschaft der Gastgeber spielten wir starken Fußball, inklusive eines Konters mit vier Ballkontakten über das gesamte Spielfeld ins Tor und einer körperlichen Präsenz, die bei uns vorher wohl noch nicht oft gesehen wurde. Logische Konsequenz war ein 3:1-Sieg. Das Spiel war wirklich stramm. Sogar ein Vertreter des Veranstalters Euro-Sporting konnte nicht glauben, dass wir nur Bezirksligist sind.

Das Problem an so einem guten Spiel ist natürlich, dass es sehr kräftezehrend ist. Das war auch der letzte Rest an Kraft, den wir mobilisieren konnten. Im entscheidenden Spiel um das Weiterkommen in die Hauptgruppe der besten Vier verloren wir dann gegen eine andere deutsche Mannschaft mit 0:2. Fair-Play war für einige da ein Fremdwort. Der 10er der Gegner meinte, trotz der Rufe sowohl von unserer Seite als auch von seinen Mitspielern, um nicht zu sagen von 21 Mann, er solle den Ball ins Aus spielen, da einer von uns verletzt am Boden lag, ohne Gegenwehr durchlaufen und ein Tor machen zu müssen. Naja, wer's braucht …

Wir durften somit am Sonntag in der Trostrunde um die Plätze fünf bis acht spielen. Wir mussten theoretisch gegen zwei verschiedene Mannschaften vom Gastgeber Haderslev ran und eine andere dänische Mannschaft. Im ersten Spiel gegen die Haderslever Mannschaft vom Samstag haben wir mit den letzten Kraftreserven des Turniers ein 0:0 erkämpft (Haderslev dabei mit freundlicher Unterstützung eines unparteiischen Mannes in der Mitte).

Danach ging es dann gegen die andere Haderslever Mannschaft, beziehungsweise gegen denselben Sturm und eine neue Abwehr. Laut Regeln verboten, aber egal. Wir sprachen den Trainer an. Der meinte erst, dass das alles andere seien. Dann meinte er, dass Turnier sei nur „just for fun“. Genau, deshalb mixt er auch im letzten Spiel seine beste Mannschaft zusammen, die so wohl auch gute Chancen auf den Turniersieg gehabt hätte. Also für ihn ging es definitiv nicht darum, uns vorzuführen, nachdem wir ihn zweimal geärgert hatten, sondern nur um den Spaß. Genau … Die fertigten uns auch kurzerhand 0:5 ab. Wir sind aber daraufhin zur Turnierleitung gegangen, da das nicht der erste Vorfall mit den Dänen war. Deren 11er meinte nämlich nach dem ersten Spiel am Samstag, sowohl Kappi als auch Trainer hinterher spucken zu müssen. Also haben wir 200 Kronen hinterlegt für einen schriftlichen Protest, Recht bekommen und das Spiel somit 3:0 gewonnen. Aus 0:5 mach 3:0. Die hatten ihren Spaß und wir unseren.

Im letzten Spiel haben wir dann komplett ohne Kraft nochmal 0:3 verloren, es ging aber auch um nichts mehr. Die fußballerische Leistung war also erst sehr stramm, dann eher lasch.

Insgesamt kann man also festhalten, dass der Fußball bei einer Fußballausfahrt doch nur eine Nebenrolle spielt. Viel wichtiger sind die Dinge neben dem Platz. Und da hat sich gezeigt, dass wir eine wirklich stramme Mannschaft sind, in der jeder über sich selbst und mit anderen lachen kann.

Abschließend bedanken wollen wir uns nochmal bei unseren Betreuern Jens und Andreas sowie natürlich bei unserem Trainer Bernd dafür, dass sie jetzt nach etlichen Ausfahrten auch Haderslev mit uns unsicher gemacht haben.

HNTonline verwendet Cookies, um die Dienste ständig zu verbessern und bestimmte Features zu ermöglichen. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie dieser Verwendung zu.
Mehr Infromationen Ok